Erste Hilfe auf dem Sportplatz: Notfallplan, Notruf und AED
Trainer und Vereine können medizinische Hilfe besser organisieren: Rettungswege, Notruf 112, Herzdruckmassage und klare Verantwortlichkeiten im Notfall.
Auf einen Blick
- Vor dem Training einen erreichbaren Notfallplan schaffen
- Ruhe, Eigenschutz und Notruf 112
- Bewusstlosigkeit und Atmung unterscheiden
- Wiederbelebung und AED anwenden
- Nachbereitung, Datenschutz und Wiederholung
1. Vor dem Training einen erreichbaren Notfallplan schaffen
Haltet genaue Adresse und Zufahrt der Sportstätte, Treffpunkt für Rettungskräfte, verfügbare Erste-Hilfe-Ausrüstung und den Standort eines automatisierten externen Defibrillators (AED) fest. Prüft, ob Zufahrten und Tore im Ernstfall geöffnet werden können. Legt fest, wer Notruf, Erstversorgung, Betreuung der übrigen Gruppe und Einweisung übernimmt. Die Notfallkarte sollte am Platz griffbereit und auch ohne funktionierendes Mobilinternet lesbar sein.
2. Ruhe, Eigenschutz und Notruf 112
Bei einem Unfall zuerst Eigenschutz und Gefahrenstelle beachten. Sprecht die betroffene Person an, prüft Bewusstsein und Atmung und organisiert Hilfe. Bei lebensbedrohlicher Lage ist die Notrufnummer 112 zu wählen; gebt genauen Ort, Ereignis, Zahl der Betroffenen und Zustand an und beantwortet die Fragen der Leitstelle. Stellt eine Person zur Rettungsweg-Einweisung ab. Die Hinweise des Deutschen Roten Kreuzes ersetzen keinen praktischen Erste-Hilfe-Kurs.
3. Bewusstlosigkeit und Atmung unterscheiden
Reagiert eine Person nicht, muss die Atmung zügig geprüft werden, nach DRK höchstens etwa zehn Sekunden. Ist eine normale Atmung vorhanden, sind stabile Seitenlage, Notruf und weitere Überwachung wichtig. Ist keine normale Atmung erkennbar oder besteht Zweifel daran, beginnt sofort die Wiederbelebung. Schnappatmung ist nicht mit normaler Atmung zu verwechseln. Lasst andere Helfende parallel den Rettungsdienst alarmieren und einen AED holen.
4. Wiederbelebung und AED anwenden
Das DRK empfiehlt für Erwachsene bei einem vermuteten Kreislaufstillstand sofortige Herzdruckmassage in der Mitte des Brustkorbs mit 100 bis 120 Kompressionen pro Minute und etwa fünf bis sechs Zentimetern Tiefe. Ein verfügbarer AED gibt nach dem Einschalten klare Sprachanweisungen; diese befolgen und Wiederbelebung nicht unnötig unterbrechen. Für Kinder und Säuglinge gelten besondere Wiederbelebungsverfahren, die praktisch geschult werden sollten. Die Leitstelle kann telefonisch anleiten.
5. Nachbereitung, Datenschutz und Wiederholung
Informiert Sorgeberechtigte, soweit erforderlich, und dokumentiert Ereignis, Uhrzeit, Erstmaßnahmen und Übergabe an Rettungskräfte sachlich. Gebt Gesundheitsdaten nur an zuständige Personen weiter; vermeidet Fotos oder Meldungen in offenen Gruppen. Überprüft Verbrauchsmaterial und AED-Bereitschaft und besetzt notwendige Helferrollen bei der nächsten Veranstaltung neu. Wiederkehrende praktische Erste-Hilfe-Schulungen für Trainer und Betreuende erhöhen die Handlungsfähigkeit erheblich.
Weiterführende Quellen
- Deutsches Rotes Kreuz – Bewusstlosigkeit und Atmung prüfen
- Deutsches Rotes Kreuz – Herz-Lungen-Wiederbelebung und AED